Erst spät und eher zufällig, dank der Sportprüfung beim Baccalauréat, fand Yann Senjaric zur Leichtathletik – zunächst in Saint-Julien-en-Genevois, dann bei den besten Trainern in Aix-les-Bains. Von seinen Anfängen als Fussballer bis zu seinem Sieg über 400 m Hürden bei den Balkanspielen 2017: Der hyperaktive Französisch-Kroate erzählt uns von seinem Werdegang als Athlet und als Personal Trainer in Genf.
A: Wann und wo haben Sie mit der Leichtathletik begonnen?
Y: Richtig angefangen habe ich erst mit 19 Jahren, nachdem ich bei der Maturaprüfung (Baccalauréat) im Wahlfach Sport, Schwerpunkt Leichtathletik, hervorragende Resultate erzielt hatte. Meine Lehrer haben mir dringend geraten, eine Lizenz zu lösen. Zuerst trat ich dem Verein Athlé Saint Julien 74 bei, dann wechselte ich zur AS Aix-les-Bains, um von der Erfahrung der sehr renommierten Sprintgruppe unter der Leitung von Pierrot Carraz zu profitieren. Seit 2017 werde ich von einem neuen Trainer betreut: Frédéric Gazeau. Er ist hervorragend, und ich mag seine Sicht der Dinge.
A: Haben Sie als Kind noch andere Sportarten betrieben?
Y: Ja, ich war mit meinen Freunden schon immer sehr aktiv und ein richtiger Draufgänger: Skateboard-Fan, im Winter Snowboard, ab 5 Jahren im Fussballclub, mit 15 kam dann Tennis dazu.
A: Wann haben Sie Ihr Talent für den Hürdenlauf entdeckt? Warum haben Sie sich für diese Disziplin entschieden?
Y: Der 400-m-Hürdenlauf war mein 1. Leichtathletikrennen überhaupt – praktisch ohne Training und ohne dass ich eine Wahl hatte, nur um für den Verein zu laufen und dem Team Punkte zu holen. Ich habe andere Disziplinen ausprobiert, aber am besten lag mir der Langhürdenlauf (400 m Hürden: eine Stadionrunde mit 10 Hürden von 91 cm Höhe). Ich habe sehr schnell Fortschritte gemacht, und das hat mich ermutigt dranzubleiben. Es ist eine sehr vielseitige Disziplin, die Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit, Überquerungstechnik, Schrittrhythmus und die Anpassung des Tempos von Hürde zu Hürde vereint.
A: Bestreiten Sie auch in anderen Disziplinen Wettkämpfe?
Y: Ja, die 400 m flach, um einen Stammplatz in der 4x400-m-Staffel zu haben.
A: Was ist die schönste Erinnerung an Ihre Karriere als Athlet?
Y: Ein Rennen am 13.07.14 in Varaždin in Kroatien, das mir enorm viel gebracht hat: mein 1. kroatischer Meistertitel, eine persönliche Bestzeit, die Limite für die Europameisterschaften … und so viel Euphorie! Ausserdem ist jedes Rennen, bei dem ich das kroatische Nationaltrikot trage, unbeschreiblich – es hilft mir, über mich hinauszuwachsen.
A: Welche Charaktereigenschaften oder körperlichen Stärken sind Ihrer Meinung nach für Spitzensportler am wichtigsten?
Y: Ich denke, die 1. ist Demut, denn man kann sich noch so sehr übertreffen, Siege feiern, Rekorde brechen, im Fernsehen auftreten … man bleibt immer ein Mensch – verletzlich und vergänglich auf dieser Erde.
Die 2. ist Respekt vor den Gegnern, denn aus ihnen schöpfen wir die Kraft zum Siegen.
Die 3. ist auf sich selbst zu hören. Sich selbst zu kennen ist unerlässlich, um Fortschritte zu machen.
Die 4. ist Entschlossenheit, die es einem dank harter Arbeit ermöglicht, seine Ziele und sogar seinen Traum zu erreichen.
Die 5. ist Kreativität, denn sehr oft muss man die Augen offen halten, aufmerksam für das sein, was sich einem bietet, und seine Fantasie spielen lassen, um neue Chancen zu schaffen.
A: Sie sind nicht nur Spitzensportler. Erzählen Sie uns von Ihrer Laufbahn als Personal Trainer!
Y: Ich arbeite seit nunmehr 5 Jahren als selbstständiger Trainer und Personal Trainer in Genf. Ich war auch in einem Wellness- und Fitnesszentrum tätig. Beim Training meiner Kundschaft lasse ich mich stark von meiner Lieblingssportart, der Leichtathletik, inspirieren. Ich arbeite mit der Klinik Efficium in Les Acacias zusammen und trainiere bei den Leuten zu Hause, im Freien und in einem Personal-Training-Studio namens Funcwork in Eaux-Vives. Ausserdem bin ich Botschafter von Algorigin und von Five Sport Management – in der Doppelrolle als Athlet und Trainer.
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A: Aus welchen Hauptgründen suchen die Leute Sie als Trainer auf?
Y: Jeder Mensch hat sein eigenes Ziel, und ich biete ein darauf abgestimmtes, individuelles Training an. Es kann um einen Wettkampf gehen oder um Rehabilitation nach einer Verletzung. Manche arbeiten vor allem an Beweglichkeit und Gelenkmobilität, um Rücken- oder Nackenschmerzen vorzubeugen, andere möchten abnehmen und ihre Muskulatur allgemein kräftigen. Grundsätzlich wollen die Leute abschalten, Stress abbauen und sich in ihrem Körper wohlfühlen. Mein Alltag ist enorm abwechslungsreich und spannend!
A: Wie ermitteln Sie die Bedürfnisse einer Kundin oder eines Kunden?
Y: Meistens ergibt sich das ganz natürlich im Lauf der Trainings: Wir reden miteinander, wir lachen, ich beobachte, ich analysiere und gleichzeitig … trainieren wir hart! Testtrainings oder Fragebögen braucht es nicht. Ich setze auf Kommunikation, höre meiner Kundschaft zu und stelle Fragen, ich bilde mich weiter, bringe Neues mit und manchmal auch ein Überraschungsziel, um sie zu motivieren!
A: Wie läuft eine Trainingseinheit mit Ihnen als Trainer ab?
Y: Eine Einheit dauert 1 Stunde. Immer 10 Minuten Aufwärmen und 10 Minuten Cool-down mit Dehnen. Dazwischen bleiben 40 Minuten Hauptteil, um zu arbeiten und zu schwitzen! Ich versuche, bei allen Menschen sämtliche körperlichen Fähigkeiten zu entwickeln, also Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination usw. Natürlich verteilt auf mehrere Einheiten, mit dem Ziel eines ausgewogenen Körpers.
A: Haben Sie eine Lieblingsübung? Wenn ja, welche?
Y: Ja, Sprünge und Hindernisüberquerungen aller Art. Aber das liegt nicht jedem … manchmal muss man auch einen Sturz in Kauf nehmen!
A: Was ist Ihr Trick, um Menschen zu motivieren?
Y: Wenn die Chemie stimmt, schaut man nicht auf die Uhr und schont sich nicht. Ich erinnere sie oft an ihren bisherigen Weg und an ihr persönliches Ziel. All die absolvierten Einheiten und die geleistete Anstrengung führen durch schwierige Momente und aus ihrer Komfortzone hinaus. Das Ziel ist ganz einfach eine gute Gesundheit und die Fähigkeit, sich zu bewegen und dabei neue Sportarten zu entdecken, etwa Bergwandern, Klettern, Boxen, Schwimmen, Laufen, Radfahren oder Gleitsportarten – die Liste ist lang. Und daraus entsteht ganz von selbst Freude.
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A: Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am besten?
Y: Ich mag die Vielfalt der Menschen, mit denen ich zu tun habe: ihre Herkunft, ihre Lebensgeschichten, ihre Persönlichkeiten, ihr Vertrauen. Der Sport ist ein Teil meines Berufs, doch die zwischenmenschliche Beziehung ist noch eine ganz andere Dimension, die unseren Alltag viel mehr bereichert. Trainer sein heisst, Menschen zu pushen! Manchmal bewirkt ein Gespräch mehr als eine Übung.
A: Erzählen Sie uns ein wenig von Ihren nächsten Projekten!
Y: Ich habe jede Menge davon, und zwar richtig tolle! Kurzfristig möchte ich bis zu diesem Frühling mit der Klinik Efficium einen oder sogar zwei Sportkurse in Kleingruppen starten, mit Fokus auf Gelenkmobilität, Beweglichkeit und Muskelkräftigung. Der 2. Kurs wäre eher auf Cardio und die Verbesserung der Ausdauer im Freien ausgerichtet.
A: Folgen Sie einem bestimmten Ernährungsplan?
Y: Ja, mit Virginie Terrier von der Klinik Efficium. Eine jährliche Blutuntersuchung gibt ihr einen Überblick über meinen allgemeinen Zustand, danach stellen wir eine Nahrungsergänzung mit Kuren zusammen. Jeden Monat passen wir an und ziehen Bilanz. Das Ganze kombiniert mit einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung.
A: Welche Produkte von Algorigin haben Sie schon getestet?
Y: Ich habe bereits die Spirulina getestet.
A: Welche Vorteile haben Algen Ihrer Meinung nach?
Y: Es fällt mir schwer, die Wirkung der Algen gesondert zu spüren, weil ich oft mehrere Kuren gleichzeitig mache. Meine Resultate sind gut, und die wissenschaftlichen Studien zu Algen sind positiv – deshalb vertraue ich Algorigin.
A: Wie nehmen Sie Algen am liebsten ein?
Y: Ich nehme sie ausschliesslich als Tabletten, morgens auf nüchternen Magen.
A: Haben Sie ein Rezept, das Sie mit uns teilen möchten?
Y: Meine besten Mahlzeiten sind die, bei denen ich Gemüse aus meinem eigenen Garten koche – egal welches Rezept oder welche Zubereitungsart. Es ist ein reines Glück, die Erde zu bearbeiten, zu ernten und alles frisch zu geniessen!
MEHR ÜBER YANN SENJARIC:
– Alter: 28 Jahre
– Nationalität: Französisch-Kroatisch
– Sport: Leichtathletik, 400 m Hürden
– Beruf: Personal Trainer in Genf
– Erfolge:
- Sieger der Balkanspiele 2017 über 400 m Hürden
- Europameisterschaften 2014 in Zürich (400 m Hürden und 4x400-m-Staffel)
- Kroatischer Meister über 400 m Hürden seit 2014
- Seit 2014 in der Nationalmannschaft
– Rekorde:
- 400 m Hürden: 50,88 s
- 400 m: 47,83 s
- 800 m: 1:52,82 min
– Sie in 3 Worten: geduldig, positiv, kämpferisch

